Das Akkordeon

1.Einleitung-Situation und indisponierende Faktoren


  • das Akkordeon ist ein noch verhältnismäßig junges Instrument
  • auf der Konzertbühne erst seit da 80 Jahren vertreten
  • früher sagte man: "das Akkordeon übt man nicht,sondern spielt man"; auch heute noch gibt es viele Autodidakten, nicht professionell ausgebildete Lehrkräfte
  • häufig findet der Unterricht auf weniger guten Instrumenten statt; gute Instrumente sind relativ teuer
  • es existiert eine Vielzahl an Instrumententypen, die eigentlich jeweils einer spezifischen Methodik bedürfen
  • das Instrument ist mit 13-18 kg sehr schwer

Haltung des Instrumentes


Das Sitzen

  • Sitzhöhe etwas höher als Fibulaköpfchen (etwas höher als 90*, vordere Stuhlhälfte)
  • Beine leicht auseinandergestellt, variabel je nach Instrumentengröße
  • Instrument auf dem Oberschenkel ausbalancieren, Gewicht abgeben und " ready go go" sein
  • nach vorn ausrichten, in den Klang gehen, nach vorn in den Raum spielen, die Töne in den Raum schicken, den Saal ausfüllen
  • Fußstellung meist in leichter Schrittstellung
  • generell ist das disponierte Sitzen, das aktive, nach vorn ausgerichtete Sitzen eine wichtige Grundvoraussetzung, da nur so vermieden werden kann, dass der Oberkörper mit Halte- und Stabilisierungsbewegungen beschäftigt ist
  • Wichtig: Aktivierung der Bauchmuskulatur, um die Entstehung eines Hohlkreuzes zu vermeiden
  • Wichtig: zentriert bleiben, d.h. weder nach hinten, noch nach rechts oder links ausweichen
  • da die Beine ein wenig auseinander gestellt werden müssen, muss die Bauchmuskulatur besonders aktiv sein

Häufig zu beobachtende stereotype Haltungsmuster sind

         a) Beckenkippung nach rechts/links

         b) Hohlkreuz

         c) Ausweichen nach hinten

         d) Sitzen auf Zehenspitzen

         e) Rundrücken

Stellung des Instrumentes


  • Diskant durch rechten Oberschenkel abstützen, sonst rutscht das Instrument zur rechten Seite 
  • Balg auf dem linken Oberschenkel, um Einfluss des Gewichtes auszuschalten; Instrument auf dem Bein abstellen, fungiert sozusagen als Spieltisch
  • Platte hinter dem Diskant, damit das Instrument am Körper anliegen kann und sich beim Spielen nicht dreht
  • Riemen nicht zu kurz ( sehr enge Riemen weisen auf eine Suche nach Stabilität hin)
  • Riemen verlaufen immer neben, niemals auf den Schultergelenken
  • Querriemen verhindern, dass die Riemen über die Schulter rutschen
  • Querriemen gibt Stabilität
  • Querriemen bringt das Instrument näher zum Körper ( je zierlicher die Statur, desto wichtiger)
  • Riemenhalterung sollte sich am Besten oben auf dem Instrument befinden
  • Balgriemen am Besten aus einem glatten, rutschfähigen Material (kein Samt etc.) Eine Anschaffung,die sich lohnt!
  • Handschuhe als Hilfsmittel, um die Hand leicht auf und ab bewegen zu können; Anmerkung: ist der Bassriemen aus einem samtähnlichen Material, nutzt der Handschuh nichts, da es weiterhin Reibung gibt. Hier hilft nur der komplette Austausch!

Arm- und Handhaltung

  • Handrücken und Unterarm bilden eine gedachte Linie 
  • dafür: aus den Fingerspitzengefühl zum Instrument gehen
  • Gefühl von offener, zart gespannter Hand haben
  • Anweisung sehr wichtig- die äußeren Finger öffnen die Hand
  • Rotation bis zum Ellenbogen
  • Häufig zu findendes Stereotyp ist die positionierte Hand

Spieltechnik


Die linke Hand

  • ein Handschuh oder eine Art Pulswärmer hilft, besser am Plastik entlang rutschen zu können  (Vorstellung: Hand als Scheibenwischer)
  • je größer die Dynamik, desto schwerer bewegt sich auch die Hand auf und ab; Gefahr, dass der Fingerdruck größer wird oder Arm der Hand nicht folgt ( hier wichtig: immer aus dem Instrument heraus und in den Raum spielen
  • Daumen bleibt bei der Hand, schaut zu 
  • es gibt unterschiedliche Bauweisen, unterschiedlich große Hände, evtl. kann eine Art Vorbau auf der linken Seite hilfreich sein ( gibt mehr Raum)

Die Rechte Hand

  • Bedeutung des Fühlens sehr groß
  • visuelle Ebene fehlt, d.h. die Vorstellungskraft muss besonders geschult, besonders präzise sein
  • dazu gehört eine besonders sorgfältige Übestrategie
  • Reflexion der verschiedenen Bewegungsrichtungen und der daraus resultierenden kinetischen Kette
  • Daumen als Platzhalter vermeiden- der Daumen folgt
  • Vorstellung von *Pianissimo"-Fingern
  • Anschlag: auf Watte spielen, um ein weiches Bewegungsgefühl zu bekommen; die Tasten fühlen (warm/kalt, weich, glatt oder...)
  • kleiner Finger öffnet die Hand
  • aus dem Instrument heraus spielen, Töne in den Raum spielen
  • Initiative der Bewegung liegt oft zu weit hinten
  • Hand rund Formen ( Brücke)

 

Balgtechnik


  • Grundvoraussetzung: korrekt eingestellter Bassriemen!!!
  • Initiative liegt am Kontaktpunkt Handgelenk/Balgriemen
  • Begriffe auf- und zumachen vermeiden; besser öffnen und schließen,  ein- und ausatmen
  • Instrument als Erweiterung des Körperraumes vorstellen, empfinden
  • Balg mit einer Note wechseln
  • bei weiten Balgwegen mit dem linken Bein mitgehen ( linkes Bein ist der so genannte Gepäckträger)
  • außerdem weiter nach vorn kommen, neigen
  • Stereotype beim Öffnen
  • Stereotype beim Schließen